Deutschland ist Spitzenreiter im EU-Vergleich: 6,7 Milliarden Euro Extragewinn für Konzerne seit März
Kommentar von Morefuture: siehe unten.


Hamburg, 29. 10. 2026 – Für eine Steuer auf die erheblichen Übergewinne der Mineralölkonzerne demonstrieren zehn Greenpeace-Aktivist:innen heute an einer Shell-Tankstelle in Hamburg. ”Krise für uns. Krise fürs Klima. Milliarden für Shell.” steht auf einem Banner. Die große Preistafel vor der Tankstelle haben sie mit entsprechenden Symbolen wie Dollarzeichen, Flammen und Pfeilen überklebt. Heute geben Shell, TotalEnergies und Repsol ihre Quartalszahlen bekannt, BP und ExxonMobil folgen morgen. „Shell und Co. nutzen die globale Krise schamlos aus und die Bundesregierung schaut tatenlos zu”, sagt Marissa Reiserer, Mobilitätsexpertin von Greenpeace. “Es wird endlich Zeit, diese Milliarden mit einer Übergewinnsteuer abzuschöpfen.“

Seit Beginn des Irankriegs Ende Februar haben die Konzerne auf dem europäischen Markt krisenbedingte Extragewinne von 36 Milliarden Euro erzielt. Das zeigt eine neue Berechnung des Ölmarktexperten Steffen Bukold im Auftrag von Greenpeace. Er vergleicht, wie sich die Gewinnspannen für Benzin und Diesel seit Kriegsbeginn in den 27 EU-Staaten verändert haben. Die Preise für Rohöl am Weltmarkt stiegen demnach weit weniger stark an als die an der Zapfsäule. In Deutschland erzielten die Konzerne in diesem Zeitraum 6,7 Milliarden Euro Übergewinne – so viel wie in keinem anderen Land. Auf Deutschland folgen in der europäischen Rangliste Frankreich mit 5,7 Milliarden und Italien mit 5 Milliarden Euro Übergewinne seit März.

Übergewinnsteuer laut EUGh-Gutachten rechtens
Pro Liter Benzin strichen die Konzerne im EU-Durchschnitt 13,3 Cent an krisenbedingtem Zusatzgewinn ein, in Deutschland 16,9 Cent. Nur in Dänemark fiel der Gewinnaufschlag mit 18,4 Cent pro Liter noch höher aus. Beim Dieselkraftstoff lag Deutschland mit einem Extragewinn von 21,4 Cent pro Liter knapp unter dem europäischen Durchschnitt von 22,7 Cent. Die größten Übergewinne pro Liter Diesel wurden in Schweden und Spanien (je rund 27 Cent) verzeichnet.

“Langfristig ist das wirksamste Mittel gegen Abzocke an der Zapfsäule, die fossile Abhängigkeit zu beenden. Jeder Euro, der in erneuerbare Energien, Elektromobilität und den öffentlichen Nahverkehr fließt, schützt nicht nur das Klima, sondern auch Verbraucher:innen vor der Preiserpressung der Ölkonzerne,” so Reiserer.

Eine Steuer für außergewöhnliche Gewinne der Energiekonzerne gab es in der EU bereits in den Jahren 2022 und 2023, als die Preise für Öl und Gas infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine stark anstiegen. Zwar klagen Unternehmen aus Belgien, Irland und Italien gegen die jeweiligen nationalen Maßnahmen. Ein Gutachten des EuGH von vergangener Woche hält diese Maßnahmen jedoch für zulässig. Ein endgültiges Urteil steht noch aus. Polen hat bereits im Oktober eine rückwirkende Übergewinnsteuer ab März 2026 eingeführt.

Quelle: www.greenpeace.de

Studie: Exess Oil Prifits in the EU

Kommentar:

MOREFUTURE: Wir sind auch der Meinung, dass eine Übergewinnsteuer sinnvoll wäre. Die Erfolge in anderen europäischen Ländern liefern hierfür die Bestätigung. Wir sind auch der Meinung, dass es an der Zeit ist, dass die Bundesregierung aktiver reagiert und dem Verhalten der Mineralölkonzerne endlich einen Riegel vorschiebt.

Was wir als Morefuture nicht begleiten und nicht gutheißen, ist das Bekleben oder Verunglimpfen der Preisschilder. Diese Kleberei ist keine Lösung. Es ist aus unserer Sicht nicht der richtige Weg und wir distanzieren uns hiermit von dieser Vorgehensweise. (UK)

Bemerkung zur KI-Darstellung: Bitte wundern Sie sich nicht, dass auf diesem Bild die Demonstration von weiblichen Vierlingen und männlichen Zwillingen angeführt wird. Wir werden uns auch mit dem Thema KI befassen. Im Moment sind die Karrikaturen und Grafiken für uns hilfreich, weil sie Geld und enorm viel Zeit sparen.