Artikel: Hoher Nutzwert
Das Insektensterben findet nicht nur auf dem Land statt. Auch vor der eigenen Haustür können Gartenbesitzer etwas verändern. Umweltverbände empfehlen weniger Mähen, mehr heimische Pflanzen und vor allem eines: nicht alles aufzuräumen. Der klassische, akkurat gepflegte Garten gerät damit zunehmend aus der Mode.
Ein perfekt gemähter Rasen, akkurat geschnittene Hecken, ein paar Ziersträucher und dazwischen möglichst wenig „Unkraut“: Für viele Jahrzehnte galt dieser Garten als Zeichen von Ordnung und gepflegtem Eigentum.
Aus Sicht des Naturschutzes ist dieses Ideal allerdings problematisch. Denn ein Garten, in dem jede Pflanze kontrolliert, jeder Grashalm kurz und jedes abgefallene Blatt entfernt wird, bietet vergleichsweise wenig Nahrung und Lebensraum für Tiere.
„Die Landschaft in Deutschland ist zu aufgeräumt“, sagt der Agrarwissenschaftler und Biodiversitätsforscher Prof. Dr. Josef Settele im Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Er kritisiert damit vor allem die intensive Nutzung der Agrarlandschaft, bezieht seine Kritik aber ausdrücklich auch auf Städte und private Gärten. „Gärten und öffentliche Grünanlagen sind viel zu ordentlich“, sagt Settele. Seine Empfehlung für Gartenbesitzer: den Rasen reduzieren, verschiedene Kräuter und Blumen pflanzen und auf Chemikalien verzichten.
Die Konsequenz für den heimischen Garten ist erstaunlich einfach: Manchmal ist weniger Gartenarbeit mehr Naturschutz.
Das Insektensterben ist real – aber die Ursachen sind komplex
Wie dramatisch der Rückgang ist, zeigt eine inzwischen berühmte Langzeituntersuchung des Entomologischen Vereins Krefeld und verschiedener Wissenschaftler. Zwischen 1989 und 2016 wurden an 63 Standorten in deutschen Naturschutzgebieten Fluginsekten untersucht. Die Studie kam zu einem Rückgang der gesamten Fluginsekten-Biomasse um mehr als 75 Prozent; für die Mitte des Sommers wurde ein Rückgang von 82 Prozent berechnet.
Diese Zahlen bedeuten allerdings nicht, dass überall in Deutschland exakt 75 Prozent aller Insekten verschwunden sind. Die Untersuchung bezog sich auf die Biomasse fliegender Insekten an den untersuchten Standorten. Sie ist deshalb ein wichtiger Hinweis auf einen langfristigen Rückgang, aber kein pauschaler „Deutschlandwert“ für jede einzelne Insektenart.
Auch das Bundesamt für Naturschutz warnt vor einem seit Jahrzehnten anhaltenden Insektenrückgang. Die Ursachen sind vielfältig: Lebensraumverlust, weniger Strukturvielfalt, intensive Landbewirtschaftung, Nährstoff- und Schadstoffeinträge, Pflanzenschutzmittel, Lichtverschmutzung und Klimaveränderungen spielen eine Rolle.
Der private Garten kann die Probleme der Landwirtschaft natürlich nicht lösen. Aber er kann ein Teil der Lösung sein.
Der Garten als kleines Naturschutzgebiet
Der NABU spricht von einer einfachen Möglichkeit, mit vergleichsweise wenig Aufwand viel zu erreichen: mehr Vielfalt.
Eine wilde Ecke, ein Beet mit heimischen Wildpflanzen, Totholz, Laub, offene Bodenstellen oder eine weniger häufig gemähte Wiese schaffen unterschiedliche Lebensräume. Davon profitieren nicht nur Bienen und Schmetterlinge, sondern auch Käfer, Spinnen, Vögel und andere Tiere.
Dabei geht es nicht darum, den gesamten Garten sich selbst zu überlassen. Vielmehr empfehlen Naturschutzverbände ein Nebeneinander verschiedener Bereiche:
Ein Teil darf ordentlich sein – ein anderer Teil darf wild werden.
Das ist wahrscheinlich der wichtigste Grundsatz für Gartenbesitzer, die etwas für die Artenvielfalt tun möchten.
Der Rasen: Nicht abschaffen, sondern anders behandeln
Besonders deutlich wird der Wandel beim Rasen.
Der klassische englische Rasen wird regelmäßig kurz geschnitten. Für Wildbienen und Schmetterlinge ist eine solche grüne Fläche allerdings wenig attraktiv, wenn dort kaum Blütenpflanzen wachsen.
Der BUND empfiehlt deshalb, Rasenflächen seltener zu mähen und beispielsweise einen „Mähfreien Mai“ auszuprobieren. Gänseblümchen, Löwenzahn, Weißklee und andere Wildkräuter können dann blühen und Nahrung für Insekten bereitstellen.
Auch die Deutsche Wildtier Stiftung beschreibt den kurz geschorenen Einheitsrasen als problematisch für Schmetterlinge und andere Wildtiere. Ihr Expertenbotschafter, der Biologe Josef H. Reichholf, empfiehlt: „Kleine Inseln oder Randbereiche von Grünland sollten ungemäht bleiben“, empfiehlt der Biologe Prof. Dr. Josef H. Reichholf. Für besonders günstig hält er eine einmalige Mahd im Spätherbst. Muss häufiger gemäht werden, sollte die Fläche nach seiner Empfehlung in Abschnitten und zu unterschiedlichen Zeitpunkten gemäht werden. So bleiben während der gesamten Saison Bereiche erhalten, in denen Insekten Nahrung und Rückzugsmöglichkeiten finden.
Eine besonders interessante Lösung ist deshalb der Kräuterrasen: Die Fläche bleibt begehbar und nutzbar, enthält aber zusätzlich blühende Pflanzen.
Der BUND empfiehlt, erst bei einer Wuchshöhe von etwa 20 Zentimetern zu mähen, möglichst hoch einzustellen und zeitversetzt zu mähen. So bleiben Blühpflanzen erhalten und Insekten können in andere Bereiche ausweichen.
Die bessere Alternative zum Komplettverzicht
Wer seinen Rasen weiterhin nutzen möchte, muss ihn also nicht komplett abschaffen.
Eine gute Lösung könnte beispielsweise sein:
- 50 bis 70 Prozent weiterhin als normalen Gebrauchsrasen pflegen
- einen Randstreifen wachsen lassen
- eine kleine Blumeninsel anlegen
- einen Teil nur zwei- bis dreimal jährlich mähen
- unterschiedliche Flächen zeitversetzt mähen
Das ist für viele Gartenbesitzer realistischer als die komplette Umwandlung in eine Wildwiese.
Der NABU empfiehlt für Blumenwiesen ebenfalls, zumindest Teilbereiche nur zwei- bis dreimal jährlich zu mähen.
Nicht jede Blume hilft gleich viel
Ein häufiger Irrtum beim „insektenfreundlichen Garten“ lautet: Hauptsache bunt.
Tatsächlich kommt es auf die Auswahl der Pflanzen an.
Der NABU empfiehlt insbesondere eine große Vielfalt heimischer Pflanzen. Denn Insekten brauchen nicht nur Nektar und Pollen. Blätter, Stängel, Samen und andere Pflanzenteile dienen ebenfalls als Nahrung oder Lebensraum.
Besonders wertvoll sind beispielsweise:
Für Wildbienen und andere Blütenbesucher
- Wiesensalbei
- Schafgarbe
- Natternkopf
- Kornblume
- Malve
- Klee
- Glockenblumen
- verschiedene Kräuter
Für Schmetterlinge
- Brennnesseln
- Wilde Möhre
- Schlehe
- Faulbaum
- Kreuzdorn
- verschiedene heimische Wildblumen
Für Vögel und andere Tiere
- Holunder
- Weißdorn
- Vogelbeere
- Schlehe
- heimische Wildrosen
- Hecken und Sträucher
Dabei ist ein entscheidender Punkt leicht zu übersehen: Ein Schmetterlingsgarten muss auch Raupen ernähren.
Wer nur blühende Pflanzen für erwachsene Schmetterlinge anbietet, schafft noch keinen vollständigen Lebensraum. Viele Raupen sind auf bestimmte Pflanzen spezialisiert.
Deshalb kann eine Brennnessel-Ecke ökologisch wertvoller sein als ein weiteres perfekt gepflegtes Zierbeet.
„Unkraut“ ist manchmal Nahrung
Für Gartenbesitzer ist das vermutlich die schwierigste Umstellung.
Löwenzahn, Klee, Brennnesseln oder bestimmte Wildkräuter werden traditionell als unerwünscht betrachtet.
Aus ökologischer Sicht sieht die Sache anders aus.
Der NABU weist beispielsweise darauf hin, dass Brennnesseln für zahlreiche Schmetterlingsraupen wichtige Nahrungspflanzen sind.
Die Lösung muss deshalb nicht heißen, sämtliche Brennnesseln im Garten wachsen zu lassen.
Eine kleine Brennnessel-Ecke reicht.
Das gleiche Prinzip lässt sich auf viele andere Pflanzen übertragen: Was im zentralen Blumenbeet stört, darf am Rand des Grundstücks vielleicht bleiben.
Gift gehört möglichst nicht in den Naturgarten
Bei einem insektenfreundlichen Garten sind Pestizide besonders widersinnig.
Denn ein Mittel, das Blattläuse bekämpft, kann auch deren natürliche Gegenspieler treffen. Der NABU empfiehlt deshalb ausdrücklich, im Garten auf Pestizide zu verzichten.
Das bedeutet nicht, dass jeder Schädlingsbefall einfach hingenommen werden muss. Viele Probleme lassen sich durch robuste Pflanzen, geeignete Standorte, Mischkultur, natürliche Gegenspieler und eine größere Pflanzenvielfalt reduzieren.
Ein Garten muss schließlich nicht vollkommen schädlingsfrei sein, um gesund zu sein.
Totholz ist kein Abfall
Ein weiterer einfacher Schritt besteht darin, den Garten nicht vollständig „winterfest“ aufzuräumen.
Abgestorbene Pflanzenstängel, Laub, Reisig, Steine und Totholz bieten zahlreichen Tieren Verstecke und Überwinterungsmöglichkeiten.
Der NABU empfiehlt deshalb, abgestorbene Pflanzenteile möglichst bis zum Frühjahr stehen zu lassen und beispielsweise Laub-, Stein- oder Totholzhaufen anzulegen.
Ein alter Baumstamm in einer Gartenecke ist damit nicht automatisch ein Zeichen von Vernachlässigung.
Er kann ein kleines Biotop sein.
Auch Wasser und Licht spielen eine Rolle
Insekten benötigen nicht nur Nahrung. Auch Wasser und geeignete Mikrohabitate sind wichtig.
Eine flache Wasserschale mit Steinen oder Moos kann beispielsweise als Trinkstelle dienen. Wichtig ist, dass die Tiere wieder herauskommen können.
Und auch die Gartenbeleuchtung sollte kritisch betrachtet werden.
Das Bundesamt für Naturschutz nennt Lichtverschmutzung ausdrücklich als eine der Gefährdungsursachen. Nachtaktive Insekten werden von künstlichem Licht angezogen und in ihrer Orientierung gestört.
Wer seinen Garten nachts beleuchtet, kann deshalb mit Bewegungsmeldern, kürzeren Beleuchtungszeiten, geringer Lichtintensität und möglichst zielgerichteter Beleuchtung viel verändern.
Was Gartenbesitzer sofort ändern können
Wer nicht gleich seinen gesamten Garten umgestalten möchte, kann mit zehn einfachen Maßnahmen beginnen:
1. Weniger mähen.
Den Rasen nicht automatisch jede Woche schneiden.
2. Eine Wieseninsel stehen lassen.
Schon wenige Quadratmeter helfen.
3. Heimische Pflanzen setzen.
Nicht nur nach Blütenfarbe auswählen.
4. Brennnesseln dulden.
Am besten an einer abgelegenen Stelle.
5. Keine Pestizide verwenden.
6. Abgestorbene Pflanzen im Herbst nicht vollständig entfernen.
7. Einen Totholz-, Laub- oder Reisighaufen anlegen.
8. Eine kleine offene Bodenfläche schaffen.
Sie kann beispielsweise Wildbienen als Nistplatz dienen.
9. Nachts unnötiges Licht abschalten.
10. Nicht alles gleichzeitig verändern.
Gerade der letzte Punkt ist wichtig. Ein naturnaher Garten entsteht nicht über Nacht.
Ist der klassische Garten damit „out“?
Ja – zumindest teilweise.
Der Garten der Zukunft dürfte weniger nach dem Prinzip „alles muss ordentlich aussehen“ gestaltet werden und stärker nach dem Prinzip „verschiedene Lebensräume nebeneinander“.
Das bedeutet aber nicht, dass gepflegte Gärten verschwinden müssen.
Ein Garten kann weiterhin eine Terrasse, einen Sitzplatz, einen Spielbereich, einen Gemüsebereich und einen gepflegten Rasen besitzen.
Entscheidend ist, was dazwischen passiert.
Ein Garten mit 500 Quadratmetern Fläche muss kein 500 Quadratmeter großes Naturschutzgebiet werden. Schon ein 20 Quadratmeter großer Bereich mit heimischen Pflanzen, etwas Totholz und weniger Mahd kann einen Unterschied machen.
Der Naturschutzforscher Josef Settele bringt den Gedanken auf einen einfachen Nenner: Historisch seien viele artenreiche Landschaften gerade dadurch entstanden, dass Menschen Flächen extensiv bewirtschafteten – also beispielsweise nur ein- oder zweimal im Jahr mähten.
Das klingt zunächst paradox: Nicht weniger menschliche Nutzung muss mehr Natur bedeuten – sondern eine andere Form der Nutzung.
Der neue Garten ist nicht ungepflegt – er ist anders gepflegt
Vielleicht liegt darin auch die größte Herausforderung.
Denn ein naturnaher Garten sieht für viele Menschen zunächst weniger ordentlich aus. Ein Stück höhere Wiese, verblühte Stauden oder Laub unter Sträuchern entsprechen nicht dem klassischen Ideal.
Aber genau diese vermeintliche Unordnung kann ökologisch wertvoll sein.
Der BUND bezeichnet den kurz geschorenen Rasen als eine Art Monokultur, wenn dort kaum andere Pflanzen zugelassen werden. Gleichzeitig lässt sich eine Rasenfläche durch weniger häufiges Mähen zu einem deutlich artenreicheren Lebensraum entwickeln.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht mehr:
„Wie bekomme ich meinen Garten möglichst sauber und ordentlich?“
Sondern:
„Welche Tiere und Pflanzen möchte ich in meinem Garten leben lassen?“
Wer diese Frage stellt, wird seinen Garten vermutlich schon bald mit anderen Augen sehen.
Und vielleicht bleibt dann auch der Rasenmäher an manchen Wochenenden einfach in der Garage.
Weiterführende Informationen und praktische Tipps
Wer seinen Garten Schritt für Schritt naturnäher gestalten möchte, findet besonders gute und praxisnahe Informationen bei:
- NABU – Insektenfreundlicher Garten – praktische Tipps zu Wildpflanzen, wilden Ecken, Nisthilfen und Lebensräumen.
- NABU – Pflanzen für den Insektengarten – umfangreiche Pflanzenlisten und Hinweise zu heimischen Arten.
- BUND – Rasen wachsen lassen – Tipps zum weniger häufigen Mähen.
- BUND – Schmetterlingsgarten – besonders interessant, wenn man Schmetterlinge fördern möchte.
- LBV – Insekten im Garten – Informationen über Wildbienen, Schmetterlinge und andere Gartenbewohner.
- LBV – Schmetterlingswiese anlegen – konkrete Anleitung für eine Blumenwiese.
- Bundesamt für Naturschutz – Ursachen und Handlungsbedarf beim Insektenrückgang – wissenschaftlich fundierter Überblick über Ursachen und Schutzmaßnahmen.
- Bundesumweltministerium – Insektenschutz – aktueller Überblick über den Stand des Insektenschutzes in Deutschland.
Die wichtigste Botschaft für Gartenbesitzer lautet dabei vielleicht: Man muss seinen Garten nicht verwildern lassen. Man muss ihm nur wieder erlauben, mehr als ein einziger Lebensraum zu sein.
Prof. Dr. Josef Settele ist ein deutscher Agrarwissenschaftler, Ökologe und einer der bekannten deutschen Experten für Biodiversität und Insekten.
Er arbeitet am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ und leitet dort das Department Naturschutzforschung. Außerdem ist er Professor für Ökologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
Settele ist kein Gartenexperte im engeren Sinne, sondern ein Wissenschaftler, der Insekten in ihrem größeren ökologischen Zusammenhang untersucht. Seine Forschung beschäftigt sich unter anderem mit:
- Ökologie von Insekten in Kulturlandschaften
- Biodiversität
- Landnutzung und Artenvielfalt
- Auswirkungen des Klimawandels
- Schutz von Schmetterlingen
- Wechselwirkungen zwischen Landwirtschaft und Naturschutz.
Settele ist Leiter des Tagfalter-Monitorings Deutschland, eines bundesweiten Langzeitmonitorings von Schmetterlingen.
Er ist außerdem international tätig. Er war Coordinating Lead Author beim IPCC und Leitautor des IPBES-Assessments zur Bestäubung. IPBES ist der Weltbiodiversitätsrat, also gewissermaßen das internationale Pendant zum IPCC für biologische Vielfalt.
Seit 2020 gehört Settele außerdem dem Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) an; seit 2024 ist er Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats Natürlicher Klimaschutz der Bundesregierung.
Prof. Dr. Josef H. Reichholf wurde 1945 in Niederbayern geboren. Er studierte an der Universität München Biologie, Chemie, Geografie und Tropenmedizin und promovierte 1969 in Zoologie. Anschließend forschte er unter anderem in Brasilien.
Von 1974 bis 2010 war er an der Zoologischen Staatssammlung München tätig und leitete später deren Hauptabteilung Wirbeltiere. An der Technischen Universität München lehrte er Ökologie und Naturschutz. Die TUM führt ihn heute als Honorarprofessor und Professor im Ruhestand; sein Fachgebiet wird dort mit „Grundlagen und Probleme des Naturschutzes / Gewässerökologie“ angegeben.
Seine Forschungsschwerpunkte umfassen insbesondere:
- Ökologie
- Evolutionsbiologie
- Ornithologie
- Naturschutz
- Gewässerökologie
- Biodiversität und Artenentwicklung.
Reichholf beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit Schmetterlingen. Die Deutsche Wildtier Stiftung beauftragte ihn mit einem Statusbericht über das Verschwinden der Schmetterlinge in Deutschland. Dabei konnte er auf eigene Untersuchungen zurückgreifen, die teilweise bis in die 1960er-Jahre zurückreichen.
2017 stellte er den Bericht „Das Verschwinden der Schmetterlinge“ vor. Seine Untersuchungen zeigten sowohl einen Rückgang der Artenvielfalt als auch der Individuenzahlen.
Das macht ihn für unseren Artikel über den Garten besonders interessant: Er argumentiert nicht nur allgemein für „mehr Natur“, sondern beschäftigt sich konkret mit der Frage, welche Veränderungen von Wiesen und Grünflächen Schmetterlingen und anderen Insekten helfen können.
Josef H. Reichholf ist allerdings kein klassischer „Naturschutz-Mainstream. Reichholf gilt als streitbarer und teilweise provokanter Wissenschaftler. Er stellt manche verbreiteten Vorstellungen des Naturschutzes infrage und argumentiert häufig gegen die Vorstellung, Natur müsse sich in einem idealen, statischen Gleichgewicht befinden. Die Bayerische Akademie der Wissenschaften führt seine Forschungsschwerpunkte unter anderem mit Ökologie, Evolutionsbiologie, Ornithologie und Grundlagen des Naturschutzes.
Er hat zahlreiche populärwissenschaftliche Bücher geschrieben, darunter Schmetterlinge: Warum sie verschwinden und was das für uns bedeutet, Symbiosen und Naturschutz. Krise und Zukunft.
Seine Bedeutung für unseren Garten-Artikel
Morefuture.de würde Josef H. Reichholf sogar neben Josef Settele als zweiten wichtigen Wissenschaftler der Serie setzen. Die beiden sind interessant, weil sie unterschiedliche Akzente setzen: Settele steht stärker für Biodiversitätsforschung und das Monitoring von Arten und Lebensräumen; Reichholf bringt die Perspektive eines langjährig forschenden Zoologen und Evolutionsbiologen ein.
Quelle: Beitrag ist KI genereiert und nachbearbeitet mit Überprüfung der Quellen.
Fotos: Krumstroh
Morefuture.de: Dieser Beitrag ist lediglich ein Ideengeber mit möglichst viel Nutzwert für den Leser. Aber, alles dient dem Grundsatz „Alles kann und sollte – aber nichts muss.“ Wissenschaftlich lässt sich diese Haltung gut vertreten: Das BfN fordert zwar erhebliche Veränderungen zum Schutz der Insekten, betont aber zugleich, dass die Ursachen vielfältig und Maßnahmen auf unterschiedlichen Ebenen notwendig sind. Ein Privatgarten ist ein Baustein, nicht die Lösung des gesamten Problems.
